Zum Inhalt springen

Inbound- und Outbound-Telefonie: Unterschied, Beispiele und Recht

Outbound-Telefonie meint Anrufe, die dein Betrieb selbst startet, Inbound-Telefonie Anrufe, die bei dir eingehen. Für Outbound gelten strengere Regeln, besonders bei Werbeanrufen.

Von Jonas Meyer · Entwicklung, quoroAI GmbH
Veröffentlicht am · Stand:

Ein Kunde ruft an und fragt nach einem Termin (Inbound). Am Vortag erinnerst du ihn an diesen Termin (Outbound). Rechtlich unterscheiden sich beide Richtungen deutlich. Bei Outbound musst du vorher klären, warum du anrufst und ob der Anruf Werbung ist.

Wir sind selbst Anbieter eines KI-Telefonassistenten. quoroAI® richtet ihn für Betriebe ein und betreut ihn. Sein Kern ist die Annahme eingehender Anrufe. Ab dem Tarif Team ruft er auch an: Rückrufe auf Wunsch und Terminerinnerungen, im gesetzlichen Rahmen. Werbeanrufe richten wir nicht ein. Dieser Ratgeber gibt Orientierung zur Rechtslage am 21.10.2026 und ersetzt keine Rechtsberatung für deinen Einzelfall.

Was ist Outbound-Telefonie, was Inbound-Telefonie?

Beide Begriffe beschreiben die Richtung eines Anrufs, gesehen von deinem Betrieb aus. Ein Inbound Call ist ein eingehender Anruf. Jemand ruft dich an, weil er etwas klären oder bestellen will. Ein Outbound Call ist ein ausgehender Anruf. Dein Betrieb ruft jemanden an, selbst oder über einen Dienstleister oder Assistenten, weil er etwas fragen, mitteilen oder anbieten will.

Welches Gerät du nutzt, ist egal. Auch mit dem Handy machst du Outbound-Telefonie, wenn du einen Kunden zurückrufst.

Im Marketing haben dieselben Wörter eine andere Bedeutung. Inbound-Marketing meint Inhalte, die Kunden von selbst finden, Outbound-Marketing die aktive Ansprache, etwa per Anruf, Brief oder Anzeige. Die aktive Ansprache per Telefon heißt im Vertrieb meist Telefonakquise, bei Kontakten ohne vorherige Beziehung Kaltakquise. Hier geht es nur um Telefonanrufe.

Der Unterschied zwischen Inbound und Outbound

Der Unterschied zwischen Inbound und Outbound
MerkmalInboundOutbound
Wer startet das Gespräch?Der Anrufer: Kunde, Interessent oder Geschäftspartner.Dein Betrieb, ein Dienstleister in deinem Auftrag oder ein Assistent.
Wer hat den Anlass?Der Anrufer mit einer Frage oder einem Problem.Dein Betrieb mit einer Rückfrage, einer Mitteilung oder einem Angebot.
Rechtliche HürdeGering für den Kontakt selbst. Datenschutz und KI-Hinweis gelten trotzdem.Hoch, sobald der Anruf Werbung ist: Einwilligung, Nachweis, Rufnummernanzeige.
Worauf du achten musstErreichbarkeit, vollständige Rückrufdaten, klare Zuständigkeit im Team.Anlass, Rechtsgrundlage, Uhrzeit und Zahl der Versuche.
Rolle einer KIAnrufe annehmen, Anliegen aufnehmen, Fragen aus freigegebenem Wissen beantworten, nach Regeln weiterleiten, Termine im Outlook- oder Google-Kalender buchen, verschieben und absagen.Möglich, aber rechtlich anspruchsvoll. Bei uns: Rückrufe auf Wunsch und Erinnerungen an bestehende Termine, ab Tarif Team.

Beispiele für Inbound und Outbound im Betriebsalltag

Beispiele für Inbound und Outbound im Betriebsalltag
BetriebInbound (der Anruf kommt zu dir)Outbound (dein Betrieb ruft an)
HandwerksbetriebEin Kunde meldet einen Heizungsausfall oder fragt nach einem Angebot.Rückruf zu einer hinterlassenen Angebotsanfrage. Erinnerung an den Termin des Monteurs.
Autowerkstatt oder ReifendienstAnfrage für einen Termin zum Räderwechsel. Frage, ob das Fahrzeug fertig ist.Erinnerung an den Werkstatttermin. Hinweis, dass das Fahrzeug abholbereit ist.
HausverwaltungEine Mieterin meldet einen Wasserschaden.Rückfrage zur Schadensmeldung. Bestätigung eines Besichtigungstermins.
FriseursalonEine Kundin möchte einen Termin für Samstag.Erinnerung an den Termin am Vortag.

Inbound- und Outbound-Callcenter

Ein Inbound-Callcenter nimmt eingehende Anrufe an, oft im Namen anderer Unternehmen, zum Beispiel für eine Hotline, die Bestellannahme oder die Terminvergabe. Arbeitet es für einen Auftraggeber, melden sich die Mitarbeiter mit dessen Namen.

Ein Outbound-Callcenter ruft Personen an, oft im Auftrag anderer Unternehmen, etwa für Terminvereinbarungen, Befragungen, Nachfassaktionen oder den Vertrieb. Viele Dienstleister bieten beides an.

Kleine Betriebe kennen das Inbound-Callcenter meist als Telefonservice oder Büroservice. Was ein solcher Dienst kostet und wann er besser passt als ein KI-Telefonassistent, zeigt der Kostenvergleich von Telefonservice und KI.

Inbound arbeitet mit Warteschlangen und Sprachmenüs, die Anrufe auf freie Mitarbeiter verteilen. Outbound nutzt häufig Wählprogramme (Dialer), die Nummern aus einer Liste automatisch anwählen. Manche Dialer wählen laut Bundesnetzagentur (öffnet in neuem Tab) mehr Nummern gleichzeitig an, als Mitarbeiter frei sind. Wer dann abnimmt, hört im ungünstigen Fall nur Stille.

Wann ist ein Outbound-Anruf Werbung?

Ob ein ausgehender Anruf erlaubt ist, hängt zuerst davon ab, ob er Werbung ist. Der Begriff ist weit gefasst. Als Telefonwerbung nennt die Bundesnetzagentur zum Beispiel ein neues Angebot an Bestandskunden nach einer Kündigung, Hinweise auf Rabattaktionen und Umfragen zur Zufriedenheit der Kunden.

Im Alltag hilft eine einfache Frage: Was soll der Anruf bewirken? Soll er etwas verkaufen, einen weiteren Auftrag anstoßen oder die Zufriedenheit abfragen, gelten die Regeln für Werbung.

Solange ein Anruf beim Anliegen bleibt, das die Person selbst vorgebracht oder vereinbart hat, ist er nach unserer Einschätzung ein Servicegespräch.

Drei Fälle aus einem Reifendienst zeigen die Grenze.

  • Eine Kundin hat um Rückruf zu ihrem Räderwechsel gebeten. Der Rückruf ist durch ihre Bitte gedeckt, solange er beim Räderwechsel bleibt.
  • Ein Kunde hat morgen einen Termin. Die Erinnerung informiert über etwas Vereinbartes. Kommt im selben Anruf ein Reifenangebot dazu, wird sie zur Werbung.
  • Der Betrieb ruft alle Kunden der Kartei an und bietet ein Winterreifenpaket an. Das ist Werbung und braucht bei Verbrauchern vorher eine ausdrückliche Einwilligung, auch bei Bestandskunden.

Auch eine Rückrufbitte kann rechtliche Folgen haben. Die Bundesnetzagentur weist darauf hin, dass Rückrufbitten von Verbrauchern, die sich auf einen möglichen Kauf beziehen, als Werbeeinwilligung gelten können. Halte die Bitte deshalb mit Zeitpunkt, Rufnummer und Anliegen fest.

Rechtliche Regeln für Outbound-Anrufe in Deutschland

Dieser Abschnitt beschreibt die Rechtslage in Deutschland am 21.10.2026. Wir haben die Normen am selben Tag auf gesetze-im-internet.de und EUR-Lex gelesen, die Quellen stehen mit Abrufdatum bei den einzelnen Teilen. Das ist Orientierung und keine Rechtsberatung.

Die wichtigsten Regeln auf einen Blick
SituationWas giltNorm
Werbeanruf bei einem VerbraucherVorherige ausdrückliche Einwilligung, dokumentiert und fünf Jahre aufbewahrt.§ 7 Abs. 2 Nr. 1, § 7a UWG
Werbeanruf bei einem Unternehmen oder SelbstständigenZumindest mutmaßliche Einwilligung, abgeleitet aus konkreten Umständen.§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG
Werbung mit einer automatischen AnrufmaschineVorherige ausdrückliche Einwilligung, auch bei Unternehmen.§ 7 Abs. 2 Nr. 2 UWG
Rufnummer bei WerbeanrufenAnzeige nicht unterdrücken. Die zugeteilte Nummer muss beim Angerufenen ankommen.§ 15 Abs. 2 TDDDG
Sprechende KI am TelefonHinweis, dass es eine KI ist, spätestens bei der ersten Interaktion.Art. 50 Abs. 1 und 5 KI-Verordnung
Verarbeitung personenbezogener DatenRechtsgrundlage, Information der Person, Widerspruch gegen Direktwerbung.Art. 6, 13, 14, 21 DSGVO
Anruf ohne Werbezweck, etwa eine reine TerminerinnerungNach unserer Einschätzung keine Werbeeinwilligung nötig. Unzumutbar belästigen darf der Anruf trotzdem nicht.§ 7 Abs. 1 UWG

Werbeanrufe bei Verbrauchern

Wer einen Verbraucher zu Werbezwecken anruft, braucht dessen vorherige ausdrückliche Einwilligung. Vorher heißt vor dem Anruf. Eine Einwilligung, die erst zu Beginn des Gesprächs erfragt wird, kommt laut Bundesnetzagentur zu spät. Die Person kann sie jederzeit formlos widerrufen, und Bestandskunden sind keine Ausnahme.

Ohne Einwilligung kann die Bundesnetzagentur ein Bußgeld bis zu 300.000 € verhängen. Als Verbraucher angesprochen ist laut Bundesnetzagentur, wem etwas für die persönliche Lebensführung angeboten wird, selbst wenn der Anruf bei der Arbeit ankommt.

Nachweis der Einwilligung

Bei Werbeanrufen an Verbraucher musst du die Einwilligung zum Zeitpunkt der Erteilung in angemessener Form dokumentieren. Den Nachweis bewahrst du fünf Jahre auf, gerechnet ab Erteilung und neu nach jeder Verwendung. Auf Verlangen legst du ihn der Bundesnetzagentur unverzüglich vor. Fehlt die Dokumentation oder ist sie unvollständig, droht ein eigenes Bußgeld bis zu 50.000 €.

Nach den Auslegungshinweisen der Bundesnetzagentur gehören zum Nachweis:

  • wer eingewilligt hat und wer die Einwilligung eingeholt hat
  • worin genau eingewilligt wurde, mit vollständigem Wortlaut
  • wann das geschah, bei elektronischer Einholung mit Uhrzeit
  • auf welchem Weg die Einwilligung kam

Eine Bestätigungsmail im Double-Opt-In-Verfahren belegt für sich allein nicht, dass die Rufnummer dem Einwilligenden gehört. Für Telefonwerbung genügt sie deshalb nicht.

Quellen zu Einwilligung, Nachweis und Bußgeldern. Die Bundesnetzagentur erläutert in ihren Hinweisen, wie sie die Normen anwendet.

Werbeanrufe bei Unternehmen

Gegenüber Unternehmen und Selbstständigen genügt zumindest eine mutmaßliche Einwilligung. Sie muss sich aus konkreten Umständen ergeben, die ein sachliches Interesse der angerufenen Person an dem Anruf vermuten lassen. Außerdem muss sie gerade den Telefonanruf als Art der Werbung umfassen.

Ein solcher Umstand kann zum Beispiel eine bestehende Geschäftsbeziehung sein. Ein allgemeiner Sachbezug zu den Leistungen des Angerufenen genügt dagegen nach dem Bundesgerichtshof in der Regel nicht.

Auch dass viele Mitbewerber so werben, ersetzt die Einwilligung nicht. Eine Rufnummer, die im Internet oder in einem Telefonverzeichnis steht, reicht nach den Hinweisen der IHK Karlsruhe ebenfalls nicht. Das Risiko einer Fehleinschätzung trägt der Anrufer.

Bußgelder der Bundesnetzagentur wegen fehlender Einwilligung drohen nur bei Werbeanrufen an Verbraucher. Unternehmen, die belästigt werden, können sich aber privat- oder wettbewerbsrechtlich wehren. Nach dem UWG können Mitbewerber, qualifizierte Verbände, Industrie- und Handelskammern und Handwerksorganisationen Beseitigung und Unterlassung verlangen. Das gilt auch gegen dich, wenn ein Mitarbeiter oder ein Dienstleister in deinem Auftrag den Verstoß begeht.

Quellen zur Werbung gegenüber Unternehmen. Gerichte entscheiden die mutmaßliche Einwilligung im Einzelfall. Das genannte Urteil des Bundesgerichtshofs erging zur früheren Fassung des § 7 UWG, die IHK-Merkblätter wenden den Maßstab weiter an. Im entschiedenen Fall hielt der Bundesgerichtshof die Anrufe wegen besonderer Umstände für zulässig: Ein früherer Mitarbeiter hatte Kunden seines alten Arbeitgebers über seinen Wechsel informiert.

Automatische Anrufmaschinen und KI-Stimmen

Bei Werbung mit einer automatischen Anrufmaschine verlangt das Gesetz immer eine vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch gegenüber Unternehmen. Was genau eine Anrufmaschine ist, sagt das Gesetz nicht. Ein KI-Sprachassistent, der selbstständig anruft und spricht, wird im Gesetz nicht ausdrücklich genannt. Wer vorsichtig plant, wendet bei Werbeanrufen mit KI-Stimme die strengere Regel an. Für unser Angebot spielt das keine Rolle, weil wir keine Werbeanrufe einrichten.

Rufnummer, Uhrzeit und Häufigkeit

Bei Werbeanrufen darf die Rufnummernanzeige nicht unterdrückt werden. Der Anrufer muss sicherstellen, dass die ihm zugeteilte Rufnummer beim Angerufenen ankommt. Die Bundesnetzagentur stuft auch das Anzeigen einer fremden oder erfundenen Nummer bei Werbeanrufen als rechtswidrig ein. Dafür kann ebenfalls ein Bußgeld bis zu 300.000 € verhängt werden, bei Werbung an Verbraucher genauso wie an Unternehmen.

Das UWG nennt keine festen Uhrzeiten. Die Bundesnetzagentur geht aber in der Regel von belästigendem Anrufverhalten aus, zum Beispiel in diesen Fällen:

  • Anrufe an Werktagen vor 8 Uhr oder nach 20 Uhr
  • Werbemaßnahmen an Sonntagen und bundeseinheitlichen Feiertagen
  • mehr als drei Anrufe am Tag

Bei massiver Belästigung kann die Bundesnetzagentur die genutzte Rufnummer abschalten lassen.

KI-Hinweis nach der KI-Verordnung

Spricht eine KI mit der angerufenen Person, muss die Person das erfahren. Art. 50 Abs. 1 der KI-Verordnung (AI Act) verlangt von den Anbietern solcher Systeme, dass Menschen informiert werden, wenn sie mit einem KI-System sprechen. Das entfällt nur, wenn es für eine angemessen informierte, aufmerksame und verständige Person nach den Umständen offensichtlich ist. Die Information muss spätestens bei der ersten Interaktion kommen (Abs. 5).

Die Regel gilt seit dem 2. August 2026, für eingehende wie für ausgehende Anrufe. Die Digital-Omnibus-Verordnung zur KI hat daran nichts geändert. Bei einer natürlich klingenden Stimme am Telefon solltest du dich nicht darauf verlassen, dass die KI offensichtlich ist.

Datenschutz bei Anrufen

Mit jedem Anruf verarbeitest du in der Regel personenbezogene Daten, mindestens die Rufnummer. Dafür brauchst du eine Rechtsgrundlage nach Art. 6 DSGVO, etwa Vertrag oder Anfrage der Person (Abs. 1 Buchstabe b) oder dein berechtigtes Interesse (Buchstabe f). Außerdem musst du nach Art. 13 und 14 informieren.

Gegen Direktwerbung kann die Person jederzeit widersprechen. Danach darfst du ihre Daten dafür nicht mehr verarbeiten (Art. 21 Abs. 2 und 3). Auf dieses Recht musst du spätestens bei der ersten Kommunikation ausdrücklich hinweisen (Abs. 4). Mehr zur Praxis steht im Ratgeber Datenschutz beim KI-Telefonassistenten.

Quellen zu KI-Hinweis und Datenschutz. Der Geltungsbeginn von Art. 50 steht in Art. 113 der KI-Verordnung und auf den Seiten der Europäischen Kommission. Die Digital-Omnibus-Verordnung ändert Art. 50 nur in Absatz 7 und gibt Systemen, die vor dem 2. August 2026 in Verkehr waren, für die maschinenlesbare Kennzeichnung nach Absatz 2 bis zum 2. Dezember 2026 Zeit.

Welche Outbound-Anrufe sind erlaubt, und was bieten wir an?

Die Tabelle ordnet typische Outbound-Anrufe ein. Das ist unsere Orientierung und keine Rechtsberatung. In der rechten Spalte steht, was wir mit unserem KI-Telefonassistenten einrichten. Ausgehende Anrufe richten wir ab dem Tarif Team ein.

Welche Outbound-Anrufe sind erlaubt, und was bieten wir an?
FallEinordnung und VoraussetzungUnser KI-Telefonassistent
Rückruf auf ausdrückliche BitteDurch die Bitte gedeckt, solange der Anruf beim genannten Anliegen bleibt.Ab Tarif Team, nur für dieses Anliegen.
Erinnerung an einen bestehenden TerminNach unserer Einschätzung keine Werbung, solange der Anruf nichts Neues anbietet.Ab Tarif Team.
Erinnerung ohne Termin, etwa an eine fällige WartungKann Werbung sein, weil sie einen neuen Auftrag anstößt. Im Zweifel wie Werbung behandeln.Nein, ausgeschlossen.
Mitteilung zu einem laufenden Auftrag, etwa dass ein Teil eingetroffen istInformationsanruf. Kommt ein Angebot dazu, wird er zur Werbung.Nein, nicht Teil unseres Angebots.
Zufriedenheitsumfrage nach einem AuftragGilt laut Bundesnetzagentur als Telefonwerbung und braucht eine Einwilligung.Nein, ausgeschlossen.
Nachfassen nach einem Angebot, Hinweis auf eine AktionIn der Regel Werbung. Verbraucher, auch Bestandskunden, müssen vorher ausdrücklich eingewilligt haben, Unternehmen zumindest mutmaßlich.Nein, auch nicht mit Einwilligung.
Neukunden anrufen (Kaltakquise)Bei Verbrauchern ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung unzulässig. Bei Unternehmen nur bei konkreten Umständen, die ein Interesse vermuten lassen.Nein, ausgeschlossen.
Werbeanruf, bei dem eine Maschine oder KI-Stimme sprichtImmer vorherige ausdrückliche Einwilligung, auch bei Unternehmen. Bei KI-Stimmen vorsichtshalber ebenso.Nein, ausgeschlossen.
Zahlungserinnerung zu einer offenen RechnungKeine Werbung, aber eigene Regeln, die dieser Ratgeber nicht behandelt.Nein. Erinnerungen ohne bestehenden Termin richten wir nicht ein.

Checkliste vor dem ersten Outbound-Anruf

  1. Anlass festlegen

    Schreibe in einem Satz auf, warum du anrufst und was die Person davon hat. Dreht sich der Anruf um einen Rückruf auf ihre Bitte oder um einen vereinbarten Termin, ist das nach unserer Einschätzung ein Servicegespräch. Soll er verkaufen, anbieten oder abfragen, gelten die Regeln für Werbung.

  2. Rechtsgrundlage klären

    Für Werbung brauchst du eine Einwilligung. Bei Verbrauchern muss sie vorher und ausdrücklich vorliegen, bei Unternehmen zumindest mutmaßlich, bei Anrufmaschinen immer ausdrücklich. Ein Servicegespräch stützt sich auf Vertrag, Anfrage oder Termin. Im Zweifel lässt du dich rechtlich beraten.

  3. Nachweis anlegen

    Halte fest, wer wann wozu und auf welchem Weg eingewilligt hat, samt Wortlaut. Bei einer Rückrufbitte gehören Zeitpunkt, Rufnummer und Anliegen dazu. Bei Werbung gegenüber Verbrauchern bewahrst du den Nachweis fünf Jahre auf.

  4. Liste und Stoppliste prüfen

    Rufe nur Personen an, für die der Anlass besteht, und gleiche die Liste mit deiner Stoppliste ab, also der Liste der Personen, die nicht mehr angerufen werden wollen. Wer widerspricht, kommt sofort darauf und wird nicht erneut angerufen.

  5. Zeiten und Versuche begrenzen

    Lege fest, wann und wie oft angerufen wird, und beachte die Grenzen der Bundesnetzagentur aus dem Abschnitt „Rufnummer, Uhrzeit und Häufigkeit“. Unser Assistent ruft werktags von 8 bis 20 Uhr an und unternimmt höchstens 2 Versuche.

  6. Rufnummer prüfen

    Zeige eine Rufnummer an, die dir zugeteilt ist, und unterdrücke sie nicht. Bei Werbeanrufen schreibt das § 15 Abs. 2 TDDDG vor. Sinnvoll ist außerdem eine Nummer, unter der man dich zurückrufen kann.

  7. Begrüßung festlegen

    Nenne gleich zu Beginn deinen Betrieb und den Anlass. Spricht eine KI, sagt sie zusätzlich, dass sie eine KI ist. Ein Satz genügt, zum Beispiel „Guten Tag, hier ist der KI-Telefonassistent von … Ich rufe wegen Ihres Termins an.“

  8. Datenschutz und Dienstleister klären

    Prüfe Rechtsgrundlage, Informationen für die angerufene Person und Speicherfristen. Setzt du einen Dienstleister ein, brauchst du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung nach Art. 28 DSGVO.

  9. Testen

    Teste den Ablauf mit eigenen Rufnummern und erfundenen Daten, bevor echte Kontakte angerufen werden. Prüfe auch, was bei Mailbox, Besetzt und Nichtabnahme passiert.

Beispielgespräch zur Terminerinnerung per KI-Anruf

So kann ein Outbound-Anruf im Servicebereich aussehen.

Fiktives Beispielgespräch bei einem Reifendienst in Schmalkalden. Es zeigt einen möglichen Ablauf, keine echte Kundenaufnahme. Der Betrieb und alle Angaben sind erfunden.

Ausgehender Anruf

vom Telefonassistenten gestartet

Terminerinnerung per Anruf, fiktives Beispiel
  1. Telefonassistent: Guten Tag, hier ist der KI-Telefonassistent von Reifendienst Heldmann in Schmalkalden. Ich rufe wegen Ihres Termins an. Spreche ich mit Herrn Voigt?

  2. Angerufene Person: Ja, am Apparat.

  3. Telefonassistent: Sie haben morgen um 8 Uhr 30 einen Termin für den Räderwechsel. Ich erinnere Sie nur daran. Passt der Termin weiterhin?

  4. Angerufene Person: Ja, passt. Erinnerungsanrufe brauche ich künftig aber nicht mehr, ich merke mir die Termine selbst.

  5. Telefonassistent: Das vermerke ich. Für Erinnerungen rufe ich Sie nicht erneut an.

  6. Angerufene Person: Gut. Haben Sie eigentlich gerade Aktionspreise für neue Reifen?

  7. Telefonassistent: Dazu mache ich Ihnen am Telefon kein Angebot. Ich nehme Ihre Frage für das Team auf. Ist die Nummer, unter der ich Sie gerade anrufe, die richtige für Rückfragen?

  8. Angerufene Person: Ja, die passt.

  9. Telefonassistent: Danke, Herr Voigt. Ihre Frage zu den Reifenpreisen ist aufgenommen. Die Nachricht ist beim Team.

Betrieb, Namen und Angaben sind erfunden.

Neue Anfrage über deinen Telefonassistenten

Beispiel einer Zusammenfassung per E-Mail
Anlass
Erinnerung an bestehenden Termin (Räderwechsel, morgen 8:30 Uhr), keine Werbung
Kontakt
Herr Voigt persönlich erreicht
Ergebnis
Termin bleibt bestehen, Kunde bestätigt
Widerspruch
Keine weiteren Erinnerungsanrufe gewünscht
Frage
Aktionspreise für neue Reifen, kein Angebot abgegeben
Erreichbar unter
angerufene Nummer, vom Kunden bestätigt

Der Assistent bleibt beim Termin, nimmt die Frage auf und hält den Wunsch nach weniger Anrufen sofort fest. Er sagt nur zu, was der Betrieb freigegeben hat. Dass sich jemand meldet, gehört nicht dazu.

Das übernimmt unser KI-Telefonassistent bei Inbound und Outbound

Eingehende Anrufe (Inbound)

Der Assistent nimmt rund um die Uhr an, eine bestimmte Verfügbarkeit sichern wir nicht zu. Zu Beginn jedes Gesprächs sagt er, dass er eine KI ist.

Er beantwortet Fragen aus dem Betriebswissen, das du freigegeben hast, und nimmt Anliegen auf. Dazu fragt er nach Name, Anliegen und Rückrufweg. Nennt der Anrufer eine andere Rückrufnummer als die angezeigte, liest der Assistent sie zur Kontrolle zurück. Danach geht eine Zusammenfassung per E-Mail an dein Team. Mehr dazu steht auf der Seite KI-Anrufbeantworter für Betriebe.

Auf Wunsch des Anrufers leitet der Assistent nach deinen Regeln an Personen aus deiner Liste weiter: mit eigenem Zeitplan je Person oder Ziel, mit den Feiertagen deines Bundeslands und nach Zuständigkeit, etwa nach Abteilung, Objekt oder Gewerk. Meldet sich dort niemand, nimmt er die Nachricht auf.

Der Assistent bucht, verschiebt und sagt Termine am Telefon ab, im Outlook- oder Google-Kalender (Microsoft 365 oder Google), sobald du den Zugriff einmal freigegeben hast. Terminarten haben eine eigene Dauer, zwischen den Terminen liegen Pausen, und Anrufer können eine Wunschperson nennen. Er bietet 2 bis 3 freie Zeiten an und bucht erst nach einem ausdrücklichen Ja. Bestätigung und Erinnerung gehen per E-Mail an den Anrufer. Wer keinen Kalender anbindet, bekommt Terminwünsche per E-Mail. Die Einzelheiten stehen auf der Seite zur Terminbuchung am Telefon, den Ablauf der Einrichtung beschreibt die Seite KI-Telefonassistent einrichten lassen.

  • Preise nennt der Assistent als Auskunft aus freigegebenem Wissen. Er sagt nur zu, was du freigibst, und nennt von sich aus keine Rückrufzeit. Nach der Aufnahme bestätigt er, dass die Nachricht beim Team ist.
  • Einen Termin bestätigt er erst nach erfolgreicher Buchung, Verschiebung oder Absage.
  • Rechts-, Steuer- und medizinische Beratung gibt er nicht, und einen Notruf ersetzt er nicht.

Ausgehende Anrufe (Outbound)

Ausgehende Anrufe richten wir ab dem Tarif Team für zwei Fälle ein. Der erste Fall ist der Rückruf an Personen, die ausdrücklich darum gebeten haben, und nur für dieses Anliegen. Der zweite ist die Erinnerung per Anruf an einen bestehenden Termin.

Ausgelöst wird ein Anruf nur aus einem dokumentierten Rückrufwunsch mit Zeitpunkt, Rufnummer und Anliegen oder aus einem bestehenden Kalendertermin. Der Assistent nennt zu Beginn den Betrieb, den Anlass und dass er eine KI ist. Er ruft werktags von 8 bis 20 Uhr mit angezeigter Rufnummer an, unternimmt höchstens 2 Versuche und ruft nach einem Widerspruch nicht erneut an.

Ausgeschlossen sind Werbeanrufe, Erinnerungen ohne bestehenden Termin und Angebote zu anderen Leistungen, auch mit Einwilligung und auch für Bestandskunden. Im Tarif Start sind ausgehende Anrufe nicht enthalten. Mit dem Tarif Team richten wir sie gemeinsam mit dir ein: Wir klären vorher Anlass, Zeiten und Gesprächsinhalt. Die Rechtsgrundlage für die Anrufe liegt bei dir als Verantwortlichem.

Beim Rückruf klärt der Assistent nur das Anliegen, zu dem die Person um den Anruf gebeten hat, und gibt das Ergebnis an dein Team. Als zuständige Fachperson gibt er sich nicht aus. Bei der Terminerinnerung kann die angerufene Person den Termin gleich verschieben oder absagen. Mehr zu dieser Leistung steht auf der Seite ausgehende Anrufe mit KI.

Der Tarif Team kostet 279 € netto im Monat bei monatlicher Zahlung oder 249 € netto im Monat bei Jahreszahlung und enthält 4.000 Gesprächsminuten. Bei monatlicher Zahlung ist der Vertrag jederzeit in Textform zum Monatsende kündbar. Jahreszahlung: 12 Monate Laufzeit zum günstigeren Monatspreis, im Voraus berechnet. Angebot ausschließlich für Unternehmen. Alle Preise netto zzgl. Umsatzsteuer. Alle Tarife findest du unter Preise und Leistungen.

Was passt besser zu deinem Betrieb, Inbound oder Outbound?

Was passt besser zu deinem Betrieb, Inbound oder Outbound?
Dein ZielSinnvoller WegRichtung
Weniger Anrufe verpassenAnrufe bei Besetzt oder außerhalb der Zeiten an einen Telefonservice oder einen KI-Telefonassistenten umleiten. Weitere Wege zeigt der Ratgeber telefonische Erreichbarkeit verbessern.Inbound
An vereinbarte Termine erinnernErinnerung vor dem Termin, durch dein Team oder, ab Tarif Team, durch den Assistenten per Anruf.Outbound
Kunden schneller zurückrufenRückrufbitten aufnehmen, mit Zeitpunkt, Rufnummer und Anliegen festhalten und dann zurückrufen.Inbound und Outbound
Neue Kunden gewinnenNur mit passender Einwilligung: bei Verbrauchern vorher und ausdrücklich, bei Unternehmen zumindest mutmaßlich, bei Anrufmaschinen immer ausdrücklich. Bei Verbrauchern ist das ohne vorherige ausdrückliche Einwilligung unzulässig. Mit unserem Assistenten richten wir das nicht ein.Outbound, meist Werbung

Wir empfehlen, mit Inbound anzufangen. Dort liegt der Anlass beim Anrufer, und die Rechtsfragen bleiben überschaubar. Outbound ergänzt du, wenn Rückrufe oder Terminausfälle spürbar Zeit kosten.

Genannte Marken gehören ihren Inhabern. Keine Partnerschaft.

Häufig gestellte Fragen

Was ist Outbound-Telefonie und wie unterscheidet sie sich von Inbound?

Outbound-Telefonie bezeichnet Anrufe, die dein Betrieb selbst startet, etwa Rückrufe, Terminerinnerungen, Umfragen oder Vertriebsanrufe. Bei Inbound ruft der Kunde bei dir an, meist mit einer Anfrage, einer Meldung oder einer Bestellung. Rechtlich ist Outbound anspruchsvoller, sobald der Anruf Werbung ist.

Was ist der Unterschied zwischen Inbound- und Outbound-Callcenter?

Ein Inbound-Callcenter nimmt eingehende Anrufe an, etwa für eine Hotline oder die Bestellannahme. Ein Outbound-Callcenter ruft Personen an, oft im Auftrag anderer Unternehmen, zum Beispiel für Terminvereinbarungen, Befragungen, Nachfassaktionen oder den Vertrieb. Viele Dienstleister bieten beides an.

Ist Kaltakquise am Telefon erlaubt?

Bei Verbrauchern nicht, denn Werbeanrufe brauchen deren vorherige ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 Nr. 1 UWG). Bei Unternehmen genügt zumindest eine mutmaßliche Einwilligung, die sich aus konkreten Umständen ergeben muss. Ein allgemeiner Sachbezug zu den Leistungen des Angerufenen reicht nach der Rechtsprechung in der Regel nicht. Bei Werbung mit einer Anrufmaschine ist immer eine ausdrückliche Einwilligung nötig.

Darf eine KI Kunden anrufen?

Ja, wenn der Anruf rechtlich zulässig ist und die KI zu Beginn offenlegt, dass sie eine KI ist (Art. 50 KI-Verordnung). Für Werbung gelten die Einwilligungsregeln des UWG. Ob eine KI-Stimme als automatische Anrufmaschine gilt, regelt das Gesetz nicht ausdrücklich. Wer vorsichtig plant, holt bei Werbung mit KI-Stimme vorher eine ausdrückliche Einwilligung ein, auch von Unternehmen. Wir richten ausgehende Anrufe ab dem Tarif Team ein, nur für Rückrufe auf Wunsch und Erinnerungen an bestehende Termine.

Ist eine Terminerinnerung per Anruf Werbung?

Eine reine Erinnerung an einen vereinbarten Termin ist nach unserer Einschätzung keine Werbung, weil sie nichts Neues anbietet. Kommen im selben Anruf ein Angebot, eine Umfrage oder ein Hinweis auf eine Aktion dazu, gelten die Regeln für Werbung. Bei Zweifeln im Einzelfall hilft eine Rechtsberatung.

Welche Bußgelder drohen bei Werbeanrufen ohne Einwilligung?

Bei Werbeanrufen an Verbraucher kann die Bundesnetzagentur ein Bußgeld bis 300.000 € verhängen, bei fehlender Dokumentation der Einwilligung bis 50.000 € (§ 20 UWG). Bei unterdrückter Rufnummer sind bis 300.000 € möglich (§ 28 TDDDG). Dazu kommen Unterlassungsansprüche von Mitbewerbern und Verbänden (§ 8 UWG).

Hör, wie dein Betrieb mit einem KI-Assistenten klingt.

Gib deine Website und danach deine Telefonnummer ein. In unter einer Minute ruft dich die KI zur kostenlosen Hörprobe an. Anschließend kannst du ein unverbindliches Erstgespräch buchen.

Mit deiner Website, ohne Anmeldung, unverbindlich